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Wieder Lachse in Bega und Werre

Rund 25.000 Junglachse aus dem Dänischen Wildlachszentrum wurden im März 2003 in der Werre und ihren Zuflüssen ausgesetzt, 5.000 davon in der Bega unterhalb Lemgo. Die von der Bezirksregierung Detmold organisierte Großaktion im Rahmen des Wanderfischprogramms NRW stieß auf rege Anteilnahme bei der lokalen Anglerschaft.

Fischereidezernent Ludwig Bartmann in actionEinige der 15-20 cm langen Fische werden bald in den Nordatlantik abwandern, die übrigen folgen im nächsten Jahr. Bereits im Jahr 2004 werden dann die ersten kiloschweren Rückkehrer erwartet. Dass dies trotz der zahlreichen Wehre in Weser, Werre und Bega nicht ganz unmöglich ist, zeigen die Erfahrungen der Angler. "Wir beobachten schon seit Jahren vereinzelt erwachsene Meerforellen in der Bega, allerdings immer nur nach schweren Frühjahrshochwassern", berichtet Heinz Baum, Vorsitzender des Lippischen Fischereivereins. Damit die Fische auch ohne solche Extremwasserstände in ihre Heimatgewässer zurückkehren können, müsse vor allem die Durchgängigkeit der Flüsse wieder hergestellt werden.

Ludwig Bartmann, Fischereidezernent der Bezirksregierung, erläutert den Zweck der Besatzaktion: "Die Wasserqualität unserer Flüsse hat sich so weit verbessert, dass Lachse wieder darin leben können. Die aus dem Meer heimkehrenden Fische sollen uns zeigen, mit welchen Wanderhindernissen sie fertig werden können und mit welchen nicht. Daraus ergeben sich dann Prioritäten für den Rückbau oder die Umgehung von Stauhaltungen. Das Ganze ist ein großer Feldversuch."

Eckhard Nolting, Leiter der Arbeitsgruppe Werre im Wanderfischprogramm, ist sich sicher, dass die Junglachse ihren Teil zum Gelingen des Experiments beitragen werden. "Natürlich müssen sie sich erst mal eingewöhnen und lernen, dass kein Kunstfutter mehr kommt. Aber sie besitzen das genetische Rüstzeug, das sie zum Überleben brauchen. Zu ihren Vorfahren gehören Lachse, die vor mehr als 100 Jahren von hier nach Irland exportiert wurden. Ihre Eltern sind echte Wildfische, die sich die dänische Gudenau mit Erfolg zurückerobert haben. Die Tiere werden ihre Chancen nutzen. Auf das Spektakel ihrer Rückkehr darf sich jeder Naturfreund freuen", so Nolting. Vorläufig aber sei es die Aufgabe der lippischen Anglerschaft, Beobachtungen zu sammeln und für den Schutz des kostbaren Besatzes zu sorgen.