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Lipp. Landeszeitung vom 12.6.04

Forellen sterben im Knochenbach
Bei Tiefbauarbeiten Abwasserrohr beschädigt

Detmold (da). Erneut hat es ein Fischsterben in einem Detmolder Gewässer gegeben. Unzählige tote Forellen trieben am Mittwochabend, aber auch noch am darauf folgenden Feiertag im Knochenbach zwischen der Brücke Freiligrathstraße und der Einmündung in die Werre. Nach Mitteilung von Berthold Lockstedt von der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Lippe hatten Arbeiter eines Bauunternehmens bei Tiefenbohrungen versehentlich ein Abwasserrohr der Brauerei Strate beschädigt.

Das Bohrgerät sei vermutlich auf einem Findling im Boden abgerutscht und habe dann die Leitung demoliert, hieß es weiter. Für rund eine halbe Stunde hätten sich die Abwässer in den Knochenbach ergossen. Da dieser gegenwärtig nur wenig Wasser führt, habe diese Zeitspanne ausgereicht, um den Fischen durch Sauerstoffentzug den Garaus zu machen. "Es war ein Unfall", stellte Lockstedt ausdrücklich fest. Die Werre ist, soweit bekannt, nicht von diesem Vorfall betroffen.

Wie viele Forellen letztlich umgekommen sind, konnte Lockstedt nicht genau sagen. Die Höhe des Schadens werde zunächst durch einen Gutachter ermittelt, bevor die Regulierung erfolge, hieß es. Uwe Rosemeier, Fachbereichsleiter für Kanal und Straßenbau bei der Stadt, sagte, man habe inzwischen durch Öffnen des Wehrs an der Oberen Mühle mehr Wasser in den Knochenbach geleitet. Einer der ersten, der auf das Fischsterben aufmerksam wurde, war Peter Viehmeister, dessen Grundstück in der Elisabethstraße an den Knochenbach angrenzt. Noch am Abend hatte er etliche tote Forellen eingesammelt.