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Fischsterben in der Wiembecke

Bis alles Leben in der Wiembecke erlosch, gehörte der kleine Bach zu den besten Laichgründen der Bachforelle im oberen Werresystem. Ende März 2004 entstand in einem an die Wiembecke angrenzenden Betrieb ein Schwelbrand. Ein 45.000 Kubikmeter großer Haufen aus Holzabfällen hatte sich vermutlich selbst entzündet. Zwei Tage lang versuchte die Werksfeuerwehr vergeblich, den Brand zu löschen, ehe die Firma die reguläre Feuerwehr zu Hilfe rief. Wiederum zwei Tage später war die Katastrophe da. Holzspäne verstopften die Kanalisation, und als auch noch ein kleiner Schutzdamm brach, flossen mindestens 1.000 Kubikmeter Löschwasser in die Wiembecke.

Vorbereitet auf ein solches Ereignis war offensichtlich niemand. Warnungen kamen zu spät oder wurden nicht weitergegeben. Der Fischereidezernent der Bezirksregierung, der am nächsten Tag 20.000 Junglachse in der Werre aussetzen wollte, erfuhr erst am Vorabend und nur rein zufällig von der drohenden Gefahr. In buchstäblich letzter Minute gelang es ihm, den Transport der Fische aufzuhalten. Die Tiere waren in DK bereits verladen.

Als das Feuer nach einer Woche endlich gelöscht war, begann die öffentliche Aufarbeitung. Die Behörden schoben sich gegenseitig die Schuld an der mangelnden Koordination zu: Analysenergebnisse seien zu spät eingegangen (wie peinlich, dass sie mehrere Tage lang unbeachtet auf den eigenen Schreibtischen liegen blieben!), Auflagen seien nicht beachtet worden (soll man daraus schließen, dass ihre Einhaltung niemals kontrolliert wurde?) usw. usw.

Besonders pikant: das Fischereirecht in der Wiembecke gehört ausgerechnet jener Firma, bei der der Brand entstanden ist. Einen Pächter gibt es nicht. Nach juristischer Logik kann also niemand einen Schaden geltend machen. Immerhin ermittelte der Staatsanwalt - vielleicht tut er es immer noch ... Jedenfalls ist das Ergebnis unbekannt.