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Exitus für ein Idyll
Am Samstag waren bereits Polizei, Feuerwehr und die Fischereiaufsicht des Kreises Lippe vor Ort. Erste Ermittlungen haben nach Angaben von Polizeisprecher Peter Beinke eindeutig ergeben, dass es ohne Frage Gülle war, die die Sauerstoffzufuhr des Baches zum Erliegen gebracht hat. Die Gülle sei beim Umfüllen auf einem Bauernhof durch Fahrlässigkeit in den Bach gelangt. Die Experten des Kreises Lippe werden den Schaden heute genauer unter die Lupe nehmen. Hans-Werner Brinkmeyer sagte, das Ausmaß der Katastrophe sei kaum zu beschreiben. „In anderen bekannten vergleichbaren Fällen sind selbst nach fünf Jahren noch nicht wieder die alten Zustände erreicht." Er habe gemeinsam mit seinem Nachbarn Manfred Schotte, der den Schaden entdeckt hatte, 35 Forellen und sieben Koppen gefischt und in sauberes Wasser gesetzt. Die Forellen seien bis auf eine nach ein bis zwei Stunden verendet, die Koppen hätten überlebt. "Die Koppe, auch Groppe genannt, der Fisch des Jahres 2006, ist nur in sehr sauberen Gewässern zu finden", betont Brinkmeyer. Allein auf dem etwa 40 Meter langen Stück, den der Bach über sein Grundstück fließe, habe er am Nachmittag noch 25 tote Forellen unterschiedlicher Größe gefunden. Wasseramsel und Eisvogel seien weitere Indikatoren für die außerordentlich gute Wasserqualität des Oetternbaches, auch der Graureiher habe sich täglich am Bach eingefunden. „Das dürfte nun vorbei sein." Das gelte auch für die seltene Prachtlibelle, die nur an sehr sauberen Gewässern lebe. Und, so hat Brinkmeyer feststellen müssen: „Die Larven der Köcherfliege, sonst zu hunderten zu sehen, sind einfach weg, als hätte es sie nicht gegeben." Damit sei für die genannten Tiere eine der wichtigsten Nahrungsquellen verloren gegangen. Er resümiert: „Der Bach ist tot." Ute und Hans-Werner Brinkmeyer haben den alten Hof an der Klüter
Straße in den vergangenen Jahren mit viel Liebe und Arbeit zu einem
naturnahen Idyll umgestaltet. Nachdem das große Hochwasser 2003 das
Haus und den Garten unter Wasser gesetzt hatten, habe er gemeinsam mit
der Stadt Detmold den Bach renaturiert und ihm ein breiteres Bett verpasst.
Im Laufe der Jahre sei dann etwa die genannte Libelle in das Biotop zurückgekehrt.
Dass die Arbeit nun von Ignoranten zerstört wurde, kann Brinkmeyer
nicht fassen: „Am Freitag hatten wir nach dem Regen etwas höheres
Wasser als sonst. Da hat wohl jemand gedacht: Die Chance nutze ich und
werde meine Gülle los. Das ist unfassbar."
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